Wann sind Äpfel reif?

Wir alle lieben sie, die goldenenen, grünen oder auch roten saftigen Äpfel. Doch wann ist die richtige Erntezeit? Dieser Zeitpunkt ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Es ist wichtig den Apfel nicht zu früh zu ernten, denn unreife Äpfel schrumpeln schneller und sind zudem kein wahrer Genuss. Allerdings sollten Äpfel auch nicht zu spät geerntet werden, denn sie faulen nach kurzer Zeit und schmecken mehlig. Der richtige Zeitpunkt zur Apfelernte muss also mit Bedacht gewählt werden.

🍏 Wann sind Äpfel reif zum ernten?

Wie z.B. bei Himbeeren oder Erdbeeren kann man auch hier folgenden Trick anwenden, der auch Kipp-Test genannt wird: lässt sich die Frucht durch leichtes Ziehen oder Nachobendrehen und gleichzeitigem Kippen um etwa 90 Grad samt Stiel vom Ast lösen, so ist die Erntereife erreicht. Manche Sorten sehen schon einige Tage vor der Reife zum Anbeißen aus, benötigen allerdings noch einige Zeit bis sie vollständig reif sind. Das erkennt man daran, dass sie noch hart sind und sich wie oben beschrieben nicht einfach abziehen lassen. Auch an der Kernfarbe erkennt man den Reifegrad: braune Apfelkerne sprechen für Reife, sind sie weiß oder gelblich, so muss der Apfel noch hängen bleiben.

Wann sind bestimmte Sorten von Äpfeln erntereif?

Je nach Reifezeitpunkt werden die verschiedenen Apfelsorten in Sommer-, Herbst- und Winteräpfel unterteilt, den sogenannten Apfelreifeklassen. Der Weiße Klarapfel gehört zu den Sommersorten und ist Mitte Juli bis Mitte August erntereif, zwischen November bis Februar ist er genussreif, sprich dann hat er sein volles Aroma entfaltet und kann verspeist werden. Auch die Sorten Summerred, Gravensteiner und Pirus sind Sommeräpfel.

Zwischen September und Oktober können die Herbstäpfel Jonagold, Golden Delicious und Elstar gepflückt werden. Die Sorte Braeburn erreicht Mitte Oktober ihre Pflückreife, die Genussreife im November bis Mai. Ein bekannter Klassiker ist die Sorte Gala. Sie wird im September gepflückt und zwischen Ende September bis März verzehrt.

Unter Winteräpfeln versteht man Apfelsorten, welche nach der Ernte im Oktober oder November zwei oder mehr Monate nachreifen müssen damit sie genussreif werden. Zu ihnen gehören u.a. Borsdorfer, Boskoop, Cox Orange, Ontario und Roter Eiserapfel, eine sehr alte Sorte.

reifer Apfel am Baum

Roter und reifer Apfel am Baum im Herbst

Wie ernte ich Äpfel am besten?

Es ist darauf zu achten, die reifen Früchte vorsichtig zu pflücken, um Beschädigungen zu vermeiden. Das ist besonders wichtig, wenn man vorhat diese zu lagern. Dafür ist es unumgänglich einige praktische Hilfsgeräte zur Hand zu haben. Da ist zum Einen die Leiter, mit der auch weit oben hängende Äpfel leicht erreicht werden können. Damit die Äpfel beim Ernten nicht auf den Boden fallen und Druckstellen erleiden, ist eine Apfelpflücktasche oder -schürze sehr praktisch. Diese hat meist einen Boden, der sich nach unten hin öffnen lässt, so dass die Äpfel direkt in eine Kiste rutschen können. Sind einige Exemplare trotz Leiter nicht zu erreichen, so kann man einen sogenannten Apfelpflücker mit Teleskopstiel verwenden. Er hat einen langen meist verstellbaren Stiel mit einem Metallring am vorderen Ende, an dem sich kleine scharfe Zacken zum Menschen bei der ApfelernteAbschneiden befinden. An dem Metallring ist ein Stoffbeutel befestigt, in den die Früchte dann direkt und sanft hineinpurzeln können.

Für diejenigen, die lieber vom Boden aus Pflücken, gibt es einen Schüttelhaken. Dieser verfügt über zwei Haken an einem langen Stab, mit deren Hilfe man Äste zum Pflücken herunterbiegen kann.

Es gibt noch eine Variante, die rücken schonend ist und die Arbeit erleichtert: den Apfelsammler. Er sammelt alle auf dem Boden liegenden Äpfel ein, indem man einfach über sie fährt. Er ist mit zwei Rädern, einem Auffangbehälter und einer Stachelwalze ausgestattet. Dieses Gerät ist geeignet für die Apfelernte von Mostäpfeln, da die Früchte hier nicht sonderlich geschont werden.

In diesem Video siehst du, wie das Apfelsammeln noch im Bückverfahren gemacht wird, besser wäre definitiv einen Apfelsammler zu verwenden.

In der Industrie gibt es bisher schon einige mechanische Möglichkeiten die Apfelernte zu vollziehen. In den meisten Fällen werden aber zahlreiche, oft saisonale, Arbeitskräfte als Erntepflückhelfer eingesetzt, welche eine ordentliche Einweisung bekommen um die Äpfel mit großer Sorgfalt abzuernten. Meist haben die Pflücker einen Pflückeimer oder -beutel vor dem Bauch, den sie in eine große Sammelkiste entleeren. Die klassische und manuelle  Ernte wird dir in diesem Video veranschaulicht:

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung eines Rüttlers, wobei sich unter den Bäumen Auffangschirme befinden, in denen die Früchte abgefangen und transportiert werden. Dazu gibt es große Maschinen die aber nicht in allen Apfelplantagen eingesetzt werden können. Fehlender Platz und Abstand wären hier das erste Problem. Flach sollte das Gebiet auch sein. Was diese Rüttel Erntemaschinen dann leisten können schau mal dieses Video an:

Modernste und maschinelle Apfelernte in Südtirol Youtube Video:

Äpfel lagern, wie mache ich es am besten?

  • Die Lageräpfel sollten nicht warm sein, sondern erst abkühlen falls man sie bei heißem Wetter pflückt. Sie sollten auch keinen Frost abbekommen haben.
  • Sie sollten niemals mit anderem Obst oder Gemüse am selbem Platz gelagert werden, da dieses sonst verdirbt.
  • Die Äpfel müssen immer kühl aber nicht bei Frost gelagert werden, da sie sonst verderben.
  • Sie sollten auf weichem Untergrund, wie z.B. Zeitung, gelagert werden, damit sie keine Druckstellen bekommen. Bei mehreren Lagen immer eine Zeitungsschicht dazwischen packen und auch ganz obendrauf eine Zeitung legen.
  • Sie sollten immer mit Stiel geerntet werden und wenn möglich mit der Blüte nach oben.
  • Für die Lagerung der Äpfel eignet sich am besten eine spezielle Apfelkiste. Die Äpfel dürfen nicht übereinander liegen, und es muss von allen Seiten Luft herankommen.

Weitere tolle Tipps zur Lagerung im Video Ratgeber

 
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