Der Apfelsaft 🍎

Den Apfelsaft gibt es wohl schon so lange, wie Menschen Äpfel kultivieren. Denn auf die Idee Obst zu pressen kamen bereits die Kelten. Alle Äpfel die man nicht lagern konnte oder wollte, wurden zu Apfelmost verarbeitet. Entweder entstand hier der Branntwein oder es wurde Apfelsaft gepresst. Im folgenden Artikel erfährt man alles Wissenswerte über dieses Produkt.

Nährwerte & Kaloriengehalt

Alle folgenden Angaben beziehen sich auf 100 ml des Getränks.

  • Der Kaloriengehalt von Apfelsaft beträgt 46 kcal auf die genannte Menge.
  • Fett und Eiweiß sind mit einem Anteil von jeweils 0,1 g sehr gering bemessen.
  • Der Zuckergehalt von Apfelsaft macht mit 11,3 g den Löwenanteil der Nährstoffe aus. Da es keinen Apfelsaft ohne Zucker gibt, eignet er sich nicht für Low Carb Diäten.
  • Der Histamingehalt von Apfelsaft ist gering solange dieser nicht zu gären beginnt. Da Fruchtsäfte häufig einen geringen Teil an Alkohol enthalten, kann es passieren, dass der Alkoholgehalt von Apfelsaft bis zu 0,2 Vol.-% ansteigt.
  • Durch die Flavonoide im Apfelsaft besteht die Möglichkeit, dass dieses Produkt wirksam gegen Bluthochdruck sein könnte.

➡ Zusatzstoffe sind vor allem im Apfelnektar enthalten, da dieser lediglich 50 % Fruchtanteil aufweist.

Welche Äpfel eignen sich am besten für Apfelsaft?

Herbstzeit ist die Zeit der Apfelernte. Die Äpfel werden vom Baum geholt, die ganz oben sind meist mit einem Apfelpflücker. Wenn alle Äpfel 

Äpfel für Apfelsaft

abgeerntet sind, werden die übrig gebliebenen vom Boden aufgesammelt, am besten mit einem Apfelsammler. Und Vielerlei lässt sich aus den süßen Früchten herstellen. Auch Apfelsaft gehört dazu. Für die eigene Herstellung von Apfelsaft sollte darauf geachtet werden, dass die Äpfel einen gewissen Grad an Süße besitzen. Sind die Äpfel zu sauer, ist möglicherweise die Zugabe von Zucker erforderlich. Der Säuregehalt der Äpfel ist also entscheidend für den Geschmack des Apfelsaftes. Daher sind nicht alle Apfelsorten für die Herstellung von Apfelsaft geeignet. Neben der Apfelsorte ist auch der Reifegrad der Äpfel entscheidend für die Herstellung. Wer den Apfelsaft am liebsten süß mag, sollte Äpfel mit geringem Säuregehalt auswählen. Wer den Apfelsaft eher etwas säuerlicher haben möchte, sollte ihn aus Äpfeln mit einem höheren Säuregehalt herstellen. Dabei ist zu beachten, dass Säfte mit weniger Säuregehalt für Menschen mit einem empfindlichen Magen oder Kindern meist bekömmlicher sind, als solche mit höherem Säuregehalt. Um einen Liter Apfelsaft herzustellen, werden 1,5 kg bis 2 kg frische Äpfel benötigt.

Geeignete Apfelsorten für die Herstellung von Apfelsaft

Apfelsorten, die sich für die Herstellung von Apfelsaft eignen, werden vor allem zwischen September und Oktober geerntet. Gut geeignet für die Apfelsaft-Herstellung sind:

  • Boskoop: hoher Säuregehalt und hoher Zuckergehalt, fruchtig
  • Jonagold: geringer Säuregehalt, süß, saftig,
  • Elstar: geringer Säuregehalt, süßfruchtig, feinaromatisch
  • Gravensteiner: würzig süß, feinfruchtig
  • Jakob Lebel: saftig, leicht säuerlich
  • Danzinger Kantapfel: süßsauer, würzig

Was es noch zu beachten gilt

Die Süße der Äpfel bleibt bei der Herstellung des Saftes erhalten. Die Äpfel für die Herstellung von Apfesaft sollten unbehandelt sein und am besten aus einem ökologischen Anbau stammen. Es ist zudem möglich, Apfelsaft nur aus einer alleinigen Apfelsorte herzustellen, oder aber verschiedene Sorten miteinander zu kombinieren. So können beispielsweise Äpfel mit verschiedenen Säuregehalten miteinander kombiniert werden. Für die Herstellung von Apfelsaft eignet sich sowohl Fallobst, als auch Obst, das direkt vom Baum gepflückt wird. Dabei sollten vor dem Produktionsbeginn jedoch Faul- und/oder Druckstellen an den Äpfeln entfernt werden. Nachdem Pressvorgang ist der Apfelsaft, egal welche Apfelsorte verwendet wird, naturtrüb. Wenn er zusätzlich noch zentrifugiert und gefiltert wird, erhält man klaren Apfelsaft.

Welche Arten von Apfelsaft unterscheidet man?

Generell wird klarer Apfelsaft von naturtrüben unterschieden.

Apfelmost ist ein naturtrüber Saft, welcher mit Wasser, Zucker und Reinhefe vermengt, in einen Gärbehälter geleert wird. Dort wird nach einiger Zeit aus dem Saft der Most. Er nimmt durch die Gärung einen säuerlichen Geschmack an und wird gerne zu deftigen Speisen getrunken.

Wer einen Apfelsaft mit Sodawasser aufspritzt erhält Apfelsaftschorle. Dazu werden in der Regel klare Säfte verwendet.

Der Bio Apfelsaft ist natürlich, wie bei anderen Lebensmitteln auch, vom herkömmlichen Apfelsaft abzuheben. Manch einer meint vielleicht, dass Apfelsaft grundsätzlich vegan sei. Früher wurde allerdings zur Klärung des Saftes Gelatine verwendet.

Wie wird Apfelsaft hergestellt? ✅

Apfelsaft mit dem Entsafter:

Wer Apfelsaft selber machen möchte, schneide zuerst die Früchte von Druckstellen und Wurmlöchern frei. Faulige Äpfel müssen unbedingt entfernt werden. Anschließend zerkleinert man das geputzte Obst und legt es in das Sieb des Entsafters. Bei einem Dampfentsafter wird nur der unterste Topf mit Wasser gefüllt. Um die Flaschen vor der Befüllung keimfrei zu machen, muss man sie erhitzen. Nach der Garzeit kann der fertige Saft in sterile Flaschen abgefüllt werden. So stellt man also einen Apfelsaft mit Entsafter her.

Mit einer semiprofessionellen Obstpresse:

Hier werden die Früchte zerkleinert in die Apfelsaftpresse gefüllt. Anschließend dreht man die Druckplatte immer tiefer. Dadurch steigt der Druck auf dem Obst. Der kalt gepresste Saft fließt nun in einen Behälter, wo er gesammelt wird. Apfelsaft herstellen ist gar nicht so schwer!

Die industrielle Produktion:

Im Fertigungsprozess verarbeitet die Industrie die gesamte Frucht zu naturtrübem Saft. Da viele Hersteller Apfelsaft klären möchten, können sie den Apfelsaft filtern, oder ihn aus Konzentrat herstellen. Im ersten Fall spricht man von Direktsaft. Das Verfahren über den Zwischenschritt des Konzentrats bedeutet, dass den Früchten Wasser und Aromen in einem ersten Verarbeitungsschritt entzogen werden. Wird das Apfelsaftkonzentrat später zu Saft verarbeitet, werden Wasser und Aromen wieder zugesetzt.

Apfelsaft als Natur und Hausmittel

Frisch gepresster Apfelsaft schmeckt nicht nur gut, er kann außerdem äußerst wirksam in der Behandlung so mancher Krankheit sein. Eines der häufigsten Probleme im Verdauungstrakt ist, neben dem Durchfall, die Verstopfung. Naturtrüber Saft hat eine abführende Wirkung. Dadurch dient er der Heilung einer Darmverstopfung und zusätzlich der Darmreinigung. Aber nicht nur dieser ist mit Apfelsaft gedient. Denn da er zusätzlich auch harntreibend ist, gilt er auch als gutes Mittel bei Blasenentzündung. Apfelsaft ist außerdem auch für Patienten mit Sodbrennen harmlos. Für Diabetes Patienten ist Apfelsaft bei Unterzuckerung ein wichtiges Gegenmittel.

Wenn jemand unter Blähungen leidet, ist ihm der Essig von Äpfeln zu empfehlen. Dieser tötet Fäulnisbakterien im Verdauungstrakt ab und entbläht auf diese Weise.

Außerdem sei zu erwähnen, dass im Apfelessig alle Inhaltsstoffe der Frucht erhalten sind. Es kommen durch den Gärprozess überdies noch einige gesunde Stoffe hinzu. In Untersuchungen wurden 90 verschiedene Bestandteile in Apfelessig gefunden. Natürlich sind sie alle recht gering konzentriert. Dies ist in der frischen Frucht noch anders.

Nicht jeder Apfelsaft ist gleich, wie bereits weiter oben erläutert wurde. Der naturtrübe Saft enthält dabei durch die vorhandenen Schwebstoffe einiges, was unserer Gesundheit zugute kommen kann. Die Antioxidantien dieser Stoffe binden freie Radikale im Körper. Deshalb kann durchaus gesagt werden, dass er gesünder ist und sich besser als Hausmittel eignet als ein geklärter Saft. Über den Apfelsaft existieren eine Menge an Vermutungen. Er soll helfen Krebs zu hemmen, beugt Kreislauferkrankungen vor und setzt durch seinen Vitamin C Gehalt freie Radikale außer Gefecht. Außerdem dem Apfelsaft äußerst positiv zuzurechnen, ist seine Wirkung auf den PH Wert im Körper. Er wirkt nämlich basisch, was für eine riesige Gruppe an Menschen in der westlichen Welt von großer Bedeutung ist. Denn durch unsere Esskultur übersäuert unser Körper ständig. Apfelsaft ist lebereinigend. Dieser Effekt entsteht bei einer dreitägigen Fastenkur mit Apfelsaft, -most und frischen Äpfeln. Wer an gesunde ÄpfelMagenschleimhautentzündung leidet, sollte sich einer Fastenkur unterziehen, welche ab dem vierten Tag Reis und frisch gepresste Obstsäfte, wie Apfelsaft zulässt. Dadurch wird der Magen geschont und die Gastritis zieht sich zurück.

Heißer Apfelsaft mit Zimt, Anis und Zitrone hilft außerdem gegen Erkältungen. Zudem ist ein solches Rezept wunderbar zum Kochen in der Vorweihnachtszeit geeignet. Der Grund für die Wirksamkeit bei Erkältungen ist folgender. Apfelsaft wirkt, wie bereits erwähnt harnreibend und zusätzlich schweißfördernd. Dadurch hilft er dem Körper dabei, sich selbst zu entgiften. Besonders bei Fieber ist diese Art der Unterstützung sinnvoll.

Kleinkinder, die an einem Magen-Darm Virus leiden, sollten ebenfalls Apfelsaft trinken. Denn Apfelsaft bei Erbrechen hilft, eine Dehydrierung zu verhindern, welche bei Kindern leider sehr schnell passieren kann.

Aber noch einmal zurück zum Apfelessig: Dieser hilft nämlich nicht nur im Verdauungstrakt. Er wirkt entgiftend in unseren Gelenken, was bei Arthrose ausgesprochen wichtig ist. Kalzium und Magnesium, wichtige Mineralien für die Knorpel, sind dafür reichlich im Apfelessig enthalten. Die Blutwerte von Menschen mit regelmäßigem Apfelessigkonsum sind in Untersuchungen viel besser abgeschnitten, als solche von Menschen, welche keinen Essig zu sich nahmen. Herausragend zeigten sich besonders deren Blutzucker- und Cholesterinwerte. Weiter positive Heilwirkungen vom Apfel findet ihr hier.

➡ Dampfbäder mit Apfelessig öffnen die Poren der Haut und fördern die Durchblutung. Das macht sie hilfreich bei Pickel.

Häufige Fragen zum Apfelsaft

Wirkt Apfelsaft abführend oder löst er eine Darmverstopfung?

Ja.

Ist Apfelsaft in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, denn er hilft gegen Verdauungsbeschwerden und Wassereinlagerungen.

Wie kann man Apfelsaft haltbar machen?

In den meisten Fällen wird Apfelsaft durch Pasteurisieren konserviert. Selbstgemachten Apfelsaft haltbar machen, gelingt, wenn man die Flaschen vorher sterilisieren und später luftdicht verschließen wird. Dadurch sollte die Haltbarkeit von Apfelsaft mindestens ein Jahr betragen.

Wann sollte man Apfelsaft vermeiden?

Wer unter akuter Karies leidet, sollte Apfelsaft deshalb tunlichst meiden. Menschen, die an Gicht leiden sollten aufgrund des Fructose Anteils Abstand von Apfelsaft nehmen. Denn dieser kann Gichtanfälle auslösen. Apfelsaft bei Durchfall ist vermutlich auch nicht die beste Idee, außer der Patient droht zu dehydrieren.

Frauen sollten beim Stillen keinen übermäßigen Apfelsaftkonsum an den Tag legen, da das Baby Apfelsaft oder Stoffe davon in der Muttermilch nicht ausgezeichnet verträgt. Besonders seine Verdauung ist davon betroffen. Wer selbst Blähungen nach Apfelsaft verspürt, sollte siene Fruchtzuckerverträglichkeit testen lassen.

Apfelsaft gegen Fruchtfliegen, einfacher Trick

Ein Glas Apfelsaft zieht Fruchtfliegen magisch an. Einige Tropfen Spülmittel zusätzlich zerstören die Wasseroberfläche, wodurch das Glas Saft zur wirksamen Falle wird.

Ab wann dürfen Babys Apfelsaft im Babybrei essen?

Wenn mit Baby Beikost begonnen wird, sollte diese zuerst eine Monomahlzeit sein, also ein Brei aus nur einem Nahrungsmittel. Im wöchentlichen Abstand können weitere Lebensmittel eingeführt werden. So erkennt man etwaige Unverträglichkeiten einfacher. Genau wie bei den Erwachsenen gilt auch Apfelsaft bei Baby Verstopfung.

Apfelsaft die aktuellen Preise – Stand 11.10.2017

  • Unimarkt: Happy Day Apfelsaft 1,69 €
  • Kelterei Walthers: Apfelsaft im 5l Karton 7,50 € – 1,63 € / Liter
  • Merkur: Immer gut 100 % Apfelsaft 1,49 €
  • Merkur: Rauch Happy Day Apfelsaft 2l 2,99 € – 1,50 € / Liter
  • Genuss Region: Obsthof Kaufmann Apfelsaft „Topaz“ 2,99 €
  • Mühlenhof Mosterei: 5l naturtrüber Apfelsaft 6 € – 1,20 / Liter
  • Billa: Höllinger Apfelsaft naturtrüb 1,99 €

Typische Apfelsaftgetränke

  • Kinderpunsch mit Apfelsaft
  • Apfelschorle
  • Cider
  • Viez
  • Apfelkorn
  • Calvados

Typische Gerichte mit Apfelsaft

Zu zahlreichen Gelees und Kuchenteigen kann Apfelsaft beigefügt werden. Durch weiteres Einkochen des Apfelsaftes wurde vor allem früher Apfelkraut hergestellt. Es handelt sich dabei um einen süßen Brotaufstrich, der aus dem Saft von Äpfeln, häufig zusätzlich Birnen und Zucker produziert wird. Der Aufstrich, auch Kraut genannt, ist von zäher Konsistenz. Aber auch Rezepte für eine Kürbismarmelade mit Apfelsaft gibt es.

Fazit

Gesunder Apfelsaft enthält zwar bei weitem nicht mehr so viele Nährstoffe wie die frische Frucht. Aber er weist eine weit höhere Bandbreite an wichtigen Inhaltsstoffen auf. Er hilft gegen Darmverstopfung und andere Krankheiten. Außerdem ist die Vielfalt an Apfelsaftarten und Herstellungsverfahren weit größer, als der Normalverbraucher weiß. Es lohnt sich also den eigenen Apfelsaft zu machen oder zu trinken. Wer lieber leckeren Apfelstrudel mag der sollte seine Äpfel auch schälen, das geht am besten mit einer Apfelschälmaschine die wir empfehlen. Weitere Rezepte zum Apfel findest du im Apfelblog.

 
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